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1. Tag
Endlich um 17.00 Uhr war es soweit, endlich Abreise. Unserer Planung entsprechend sind wir nach Stuttgart gefahren, um uns von Tanja und Dunja bei einem
gemütlichen Essen für drei Wochen zu verabschieden. Es wurde ein wirklich gemütliches Essen im Marché auf der Königsstraße. Nach etwas mehr als einer Stunde haben wir uns verabschiedet, um ein Plätzchen für die
Nacht zu suchen. Wir sind auf der A 81 bis Neckarsulm gefahren und haben dort auf einem WOMO-Platz mitten im Grünen gemütlich übernachtet. Weil wir ganz alleine waren, konnten wir gegen Morgen die Jalousien öffnen
und befanden uns praktisch mitten auf der Wiese und im Wald.
2. Tag
Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir auf der A 81 weiter Richtung Mannheim gefahren. Unser Ziel war die Maimarkthalle in Mannheim, in der wir uns
erstmals die Riverdance-Aufführung anschauen wollten. Ein Regenschauer jagte den anderen und wir beschlossen, bei solch’ einem Urlaubsanfang erst einmal für unser leibliches Wohl zu sorgen. Wir fuhren nach Malsch,
machten eine Weinprobe und kauften zwölf Flaschen Wein, den wir uns schmecken lassen wollen. Auf der Weiterfahrt regnete es nach wie vor in Strömen, aber wir kamen ohne Probleme in Mannheim und schließlich bei der
Maimarkthalle an. Wir fanden einen schönen „Parkplatz“, von dem aus wir eine gute Sicht auf die Autobahn, einen kleinen Flughafen hatten und selbst von der Straße wegen dicker Sträucher nicht gesehen werden konnten.
Jetzt machten wir uns auf Entdeckungsreisen und fanden uns bei einer Fertighausausstellung wieder. Wir besichtigten einige Häuser, die uns teilweise recht gut gefielen,
teilweise aber tatsächlich verbaut waren. Uns hat es aber trotzdem gefallen. Schließlich sind wir zum WOMO zurückgelaufen, um uns für den Abend herzurichten und noch etwas Gutes zu essen.
Endlich war es soweit, wir kamen zur Maimarkthalle, waren früh genug dran, um noch die Atmosphäre, die immer vor großen Veranstaltungen herrscht, bei einem Glas Sekt
auskosten, um schließlich unsere Plätze aufzusuchen. Die Fernsehausschnitte, die wir gesehen haben, hatten nicht zu viel versprochen. Es war ein unglaubliches Erlebnis, die Tänzer, Sänger und Musiker zu beobachten
und zu hören. Es gab standing ovations für die Stars und wir kehrten beschwingt und vergnügt zum WOMO zurück. Wir sind uns einig, sollte Riverdance wieder einmal in eine für uns mit dem WOMO erreichbare Nähe kommen,
werden wir es wieder anschauen.
3. Tag
Heute hieß es früh aufstehen, nachdem wir geplant hatten, bis Calais zu kommen, um am nächsten Morgen mit der Fähre nach Dover zu fahren. Wir hatten eine
angenehme – wenn auch verregnete – Fahrt und kamen nach einer Fahrzeit von ca. neun Stunden, in denen wir einige 10 Minutenpausen eingelegt hatten, in Calais an, kauften ublinsere Fahrkarte und fanden einen
Schlafplatz direkt auf dem Parkplatz der Reedereien. Wäre es nicht so windig gewesen, hätten wir sicher einige Kontakte schließen können, denn die Idee, hier die Nacht zu verbringen, hatten einige andere WOMO-Fahrer
auch.
4. Tag
Morgens um 7.00 Uhr ging unsere Fähre und wir fuhren in den Tag hinein. Als wir die Kreidefelsen der englischen Küste sahen, freuten wir uns, denn wir
wussten, dies werden wieder unvergessliche Tage. Von Dover aus fuhren wir direkt auf die Autobahn und waren – nach englischer Zeit – um ca. 11.00 Uhr in London auf dem Campingplatz „Crystal Palace“. Uns wurde ein
Platz zugewiesen, wir schlossen das WOMO an die Elektrizität an und machten uns auf den Weg in die City. Mit der Linie 3 fuhren wir etwas mehr als 30 Minuten bis zum Picadelly Circus. Wir aßen eine Kleinigkeit,
suchten und fanden den Weg zu dem Palace Theatre, um unsere Karten für die Vorstellung Les Miserables am Mittwoch, die wir bereits in Heidenheim vorbestellt hatten, abzuholen. Es klappte – wie immer – ohne
Schwierigkeiten und wir konnten bereits heute unsere Vorfreude genießen, nach zweijähriger Pause endlich wieder einmal dieses Musical anschauen zu dürfen. Mit der Underground sind wir zur Bakerstreet gefahren, um
Madame Tussauds einen Besuch abzustatten. Auch dies war wieder ein Erlebnis. Nach wie vor ist es unglaublich, wie sehr die Wachsfiguren den Menschen, die sie darstellen, ähnlich sehen. Wir wurden mit „Pierce
Brosnan“ fotografiert und werden dieses Foto in Ehren halten, auch wenn es sich nur um eine Wachsfigur handelt, denn es wird uns immer an einige unterhaltsame Stunden erinnern. Die Rückfahrt mit der Linie 3 war –
nachdem ein starker Verkehr herrschte und der Bus erhebliche Verspätung hatte – entsprechend rasant. Wir dürfen nicht vergessen, zu erzählen, dass auf dem Capingplatz ein zahmes Füchschen sein Zuhause gefunden
hat. Es wird von allen Gästen gefüttert und verhätschelt, allerdings wurden wir gewarnt, Schuhe und Spielsachen draußen zu lassen, denn dann hätte Füchschen Spaß, wir allerdings weniger......... Wahrscheinlich
handelt es sich gerade deswegen um einen besonders sauberen Campingplatz.
5. Tag
Heute haben wir uns einen gemütlichen Tag gemacht, sind ein wenig durch Crystal Palace spaziert und haben dort im Safeway – einem Supermarkt -, ca. 1 km vom
Campingplatz entfernt, unseren Vorrat aufgefrischt.
6. Tag
Wir sind relativ früh aufgestanden und beschlossen, ein wenig Sightseeing zu machen, da wir uns nicht zu sehr anstrengen wollten, da wir für abends Karten für
Les Miserables hatten. Wir sind zuerst mit dem Bus bis Brixton gefahren, dort mit der Underground bis Bayswater, sind dort ein wenig gebummelt und anschließend über den Kensington Park in den Hyde Park gelaufen.
Dieser Spaziergang ist in jedem Fall zu empfehlen, zeigt er doch inmitten einer Weltstadt noch wunderschöne gepflegte Natur mit fast zahmen Eichhörnchen und Vögeln. Von dort sind wir am Hard Rock Cafè vorbei- bis
zur Underground Green Park gelaufen, von wo wir zur Westminster Abbey gefahren sind. Solch’ eine gegantische und unglaubliche Kirche sucht ihresgleichen. Sie ist wunderschön und man kann sich ohne große Probleme in
Gedanken in die frühere Welt der Engländer hineinversetzen. Wir hätten noch viel unternehmen können, verschoben dies auf einen späteren Zeitpunkt, nachdem wir uns für den Abend noch etwas ausruhen und zurechtmachen
wollten, also sind wir zum Campingplatz zurückgekehrt. Mit der Linie 3 sind wir gegen Abend nach London hineingefahren, haben natürlich mit traumwandlerischer Sicherheit das Palace Theater gefunden und konnten
endlich die Atmosphäre des Theaters auskosten. Les Miserables war ein weiteres Mal ein Erlebnis und es ist sicher, dass wir dieses Musical nicht zum letzten Mal gesehen haben. In der Pause haben wir uns ein Gläschen
Wein gegönnt und sind schließlich um 22.30 Uhr beschwingt zum Bus und in unser WOMO zurückgekehrt. Man kann also sagen, dass dies ein besonders gelungener Abend unseres Urlaubs war.
7. Tag
Heute sollte es abends wieder aufs Festland gehen, aber wir hatten noch einen langen schönen Tag vor uns. Wir richteten erst uns, dann das WOMO und machten
uns auf den Weg Richtung Süden. Es ist eigentlich nicht schwierig, aus London herauszukommen, wenn man die Sircular Road – in diesem Fall die South Sircular Road – findet. Das hatten wir bald geschafft und fuhren
auf der M 20 Richtung Dover. Wir hatten schon vorher geplant, Leeds Castle – den Worten der Engländer entsprechend, das schönste Schloss der Welt – zu besuchen. Nach etwa 45 Minuten konnten wir die Autobahn
verlassen und wurden durch die Hinweisschilder ohne Schwierigkeiten zu Leeds Castle gelenkt. Der Park dieses Schlosses ist sehr ungewöhnlich, es ist eine riesige Parkanlage, wo man alle im europäischen Raum lebenden
Vögel, wie Enten, Gänse, Schwäne – auch schwarze - bewundern kann. Aber auch exotische Vögel werden dort in großen Käfigen gehalten, Pfaue spazieren zwischen den Besuchern umher und versuchen hier und dort einen
Bissen zu erhaschen. Es ist dort wirklich außergewöhnlich, nicht zu vergessen sind die Bäume und die Pflanzen, die in allen Farben die Wege säumen; es sind einheimische Bäume ebenso wie solche mit merkwürdigem Wuchs
und Rosen in allen Farben und Gattungen und vieles mehr. Das Schloss selbst ist nach unserem Verständnis von außen eine Burg. Kommt man nach innen, kann man feststellen, dass dort viele Kunstrichtungen und
Zeitepochen – genau genommen fast 700 Jahre – in unvergleichlicher Weise miteinander harmonieren. Wir behaupten, es ist vielleicht nicht das schönste Schloss der Welt, das ungewöhnlichste aber allemal. Nach der
Besichtigung fuhren wir weiter nach Dover und mit der Fähre zurück aufs Festland. Wir kamen in Calais an und fanden das gleiche Wetter wie bei unserer Abfahrt vor, nämlich Kälte und orkanartige Regenschauer. Als
Fazit können wir deshalb mit Sicherheit sagen, das englische Wetter ist viel besser als sein Ruf. Wir fuhren noch einige Kilometer und machten schließlich an einer Autobahnraststätte Halt und gingen müde aber
sehr zufrieden zu Bett.
8. Tag
Nach einem erholsamen Schlaf und einem guten Frühstück brachen wir Richtung Rouen auf, das wir auch ohne Schwierigkeiten erreichten. Wir fanden einen großen
Parkplatz in Stadtnähe an der Seine (linke Uferseite bei den Quais. Ich bin mir sicher, dass man dort auch Übernachten könnte; wir haben es aber nicht versucht. Über eine evtl. Nachricht würde ich mich
freuen).Es würde schwierig werden, alles Sehenswerte genau zu beschreiben, deshalb will ich mich stichpunktartig darauf beschränken, die sehenswertesten Gebäude und Sehenswürdigkeiten darzustellen. Blickpunkt der
Stadt und natürlich unser erstes Ziel war die Kathedrale Notre-Dame. Sie ist sehr majestätisch und man fühlt sich in ihrem Inneren geborgen, die Fenster und Altare sind sehenswert und man kann sich in die Zeit ihres
Baus hineinversetzen. Weiter führte uns unser Weg zu der Kirche Saint-Maclou, die ebenfalls sehr beeindruckend war. Hier spürt man die spätgotische Handschrift und kann sich noch einmal in eine frühere christliche
Zeit hineinversetzen. Beeindruckt haben uns die „alten Häuser“ rechts und links der Kirche. Wir konnten nicht widerstehen und sind in eine dieser kleinen Straßen hineingelaufen. Wir waren begeistert von den
„Spielzeughäusern“ und konnten uns ausmalen, wie die Menschen hier einst gelebt haben. Schließlich kamen wir zu einem Durchgang, den wir neugierig passierten. Wir standen in einem Hof eines quadratisch angelegten
Hauses, dessen Bau wir auf das 16. Jahrhundert schätzten. Wir konnten lesen, dass sich dort eine Kunstschule befindet. Wir schauten uns andächtig jede Treppe und die Hausmauern an, auf denen Werkzeuge und Totenköpfe
dargestellt sind. Neugierig geworden, was diese eigentümlichen Verzierungen bedeuten, kauften wir uns einen Rundführer von Rouen. Wir erfuhren, dass vor dem Bau des Hauses dort ein Friedhof war und – nachdem dieser
zu klein geworden war – das Haus gebaut wurde und die Darstellungen eben das Totengräberwerkzeug und die Gebeine darstellen. Sie sehen, wir sind wirklich begeistert von Rouen und wir könnten immer weiter
berichten. Doch wollen wir nur noch auf das Rathaus, den Justizpalast und natürlich die Abtei Saint-Ouen und einige weitere Sehenswürdigkeiten verweisen und empfehlen, auf einer etwaigen Nordfrankreichfahrt auf
keinen Fall Rouen auszulassen. Schließlich sind wir aus Rouen heraus- und Richtung Le Mont St. Michel weitergefahren und haben auf einer Raststätte Halt gemacht, um die Eindrücke des Tages gut verarbeiten zu
können
9. Tag.
Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns auf den Weg nach Le Mont St. Michel gemacht. Nachdem wir sehr viele Möglichkeiten des Abbiegens von der Rue
Nationale gefunden haben, wie den Besuch des Chateaus de Crevecoeur in Crevecoeur en Auge, der Fahrt über die sehr romantische Rue du Cidre (mit Kauf von Calvados, Pommeaux und Cidre) u.a., sind wir schließlich
gegen 17.00 Uhr am Le Mont St. Michel angekommen. Wir konnten unser WOMO direkt am Meer auf einem für WOMOs reservierten Parkplatz abstellen und uns den Mont erstmals aus der Nähe anschauen. Sämtliche Bilder, die
wir jemals gesehen haben, und jegliche Beschreibungen aus der Vergangenheit haben nicht annähernd die Schönheit und Einmaligkeit des Monts beschrieben. Wir haben uns auf den Weg
gemacht und konnten uns nicht satt sehen an dem Bild, das sich uns bot. Ein Kloster der Benediktiner haben wir schon oft besichtigt, Souvenierläden gibt es viele; aber dieses Kloster vor vielen vielen
Jahren in Stein gehauen, von Mönchen vor sämtlichen Feinden, einschließlich der Natur, verteidigt, ist wohl ein einmaliges Kunstwerk. Als wir nachts in unserem WOMO saßen, hörten wir
draußen den Wind heulen, das Meer rauschen und sahen den beleuchteten Mont. Wir haben kaum etwas Schöneres erlebt.
10. Tag
Als wir morgens aufwachten, beschlossen wir, nochmals zum Le Mont St. Michel zu gehen und das Kloster zu besichtigen. Wir
machten uns auf den Weg und hörten schon bald die Warnung, dass am Nachmittag der Parkplatz geräumt werden müsse, weil
die Flut an diesem Tage besonders stark werden und weit auf das Festland hinausspülen würde. Wir entschlossen uns, kein
Risiko einzugehen und auf den nächsten Campingplatz zu fahren – wir mussten sowieso eine Ver- und Entsorgung vornehmen –
und uns einen gemütlichen Tag zu machen und möglicherweise morgen nochmals zum Mont zu fahren. Wir fanden ganz in der
Nähe ein kleines gemütliches Plätzchen und waren einmal so richtig faul und genossen den Tag. Allerdings ganz faul konnten wir
nicht sein; wir machten Pläne, wie der weitere Reiseverlauf aussehen sollte und welche Loire-Schlösser wir möglicherweise besichtigen können.
11. Tag
Nach einem guten Frühstück konnten wir nicht anders, als noch einmal zum Mont zu fahren und das Kloster zu besichtigen. Auf
der Fahrt zu dem Abstellplatz konnten wir feststellen, dass das Meer tatsächlich den gesamten Parkplatz überflutet hatte, denn
überall lagen Schlamm und Algen. Wir kannten uns ja jetzt schon recht gut aus und gingen zielstrebig zum Eingang des Klosters.
Es war schon beeindruckend, die Atmosphäre des Klosters zu fühlen, die wunderschönen Säulen und architektonischen
Meisterwerke an Säulen zu betrachten. Der Blick aus den Fenstern zeigte uns eine unwahrscheinlich idyllische Ebbelandschaft.
Der Boden sah aus wie die Oberfläche eines Planeten in Science fiction Filmen. Mit anderen Worten, die Besichtigung des Klosters war innen und außen ein Erlebnis.
Nachdem auch für heute eine Überschwemmung durch das Meer vorausgesagt worden war, entschlossen wir uns, Richtung
Loire weiterzufahren. Wir fuhren über die Rue Nationale, um die Landschaft ein wenig mehr genießen zu können. Es lohnte sich
und wir konnten durch nette Städtchen und Dörfchen fahren, hielten hier und dort einmal an, um etwas zu besichtigen und kamen
schließlich in Le Lude – einem kleinen Dörfchen an der Loire - an. Wir hatten gelesen, dass das Schlösschen hier eines der schönsten Frankreichs sein solle.
Wir fanden auch ohne Probleme das Schloss und fuhren zu einem zentral gelegenen Campingplatz, der sehr sauber und recht
preiswert war. An diesem Campingplatz fließt die Loire direkt vorbei, auf der anderen Seite befinden sich ein Schwimmbad und ein Tennisplatz.
Bei einem abendlichen Spaziergang stellten wir fest, dass die Stadt bereits um 19.00 Uhr wie ausgestorben war und uns an eine
„Geisterstadt“ erinnerte. Der einzige Bäcker, den wir fanden, hatte am Dienstag, also am kommenden Tag geschlossen.
12. Tag
Wir verbrachten eine ruhige und erholsame Nacht und gingen am Morgen zu dem Château Le Lude. Die Pforte war auch
tatsächlich geöffnet und wir freuten uns auf eine schöne Besichtigung. An der Kasse wurde uns allerdings erklärt, dass wir jetzt
nur die Gärten und mittags ab 14.30 Uhr das Schloss besichtigen könnten. Wir entschlossen uns, nicht vier Stunden zu warten,
um möglicherweise eine neue Enttäuschung erleben zu müssen. Also machten wir uns auf den Weg Richtung Saumur. Unterwegs
erblickten wir ein Schild „Abbaye de la Boissière“. Wir beschlossen, diese Abtei anzuschauen, nachdem wir ja erheblich Zeit
gewonnen hatten. Als wir bei der Abtei ankamen, mussten wir lesen, dass die Abtei nur in den Monaten Juli und August zu
besichtigen ist und ansonsten privat genutzt wird. Also fuhren wir weiter Richtung Saumur. Unser nächster Versuch galt Saumur
Castle. Wir waren der Meinung, dass eine so große Stadt wie Saumur wissen, was man den Touristen schuldig ist. Weit gefehlt.
Wir kamen wohl in das Schloss hinein, um unseren Besichtigungshunger zu stillen, aber wenn wir geglaubt hatten, in die
Vergangenheit zurückversetzt zu werden und einiges über Land und Leute, Adel und Volk zu erfahren, wurden wir eines
Besseren belehrt. Wir wurden in ein Museum geführt, das – ohne jeden Zweifel sehr schönes und antikes – Geschirr enthielt,
aber leider eben nur Geschirr. In dem nächsthöher gelegenen Stockwerk konnten wir ein Museum über Pferde besichtigen und Hufeisen und Steigbügel sämtlicher vergangener Jahrhunderte bewundern.
Nun war für heute unser Besichigungshunger gestillt. Wir fuhren zu der Kellerei Gratien & Meyer, machten eine „degustation“
und kauften einige Flaschen weißen und roten Gremant. Nun war die gute Laune wieder hergestellt und wir fühlten uns – nicht nur
aufgrund der Weinprobe – beschwingt. Wir setzten unsere Fahrt fort und fuhren gemütlich an der Loire entlang, bewunderten die
wirklich schöne romantische Landschaft und kamen schließlich zu unserem nächsten Ziel Amboise. Wir waren der Meinung, in
dieser geschichtsträchtigen Stadt, der Leonardo da Vinci sein größtes Werk, die Mona Lisa, hinterlassen und wo er seine letzte Ruhe gefunden hatte, würden wir endlich auf unsere Kosten kommen.
Abends machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang an der Loire entlang, besichtigten das Städtchen und bewunderten die
Mauern des Château, um schließlich guter Dinge zu unserem WOMO, das am Loire-Ufer geparkt war, zurückzukehren.
13. Tag
Als wir aufstanden, war es sehr trüb und regnerisch. Trotzdem machten wir uns guter Dinge auf den Weg und entschlossen uns,
zuerst Clos Lucè, den Wohnsitz von Leonarda da Vinci in seinen letzten vier Lebensjahren anzuschauen. Wir wurden nicht
enttäuscht. Es handelt sich um ein kleines Schlösschen, das eine wunderbare Atmosphäre ausstrahlt, mit einem wunderbaren
Renaissance-Gärtchen und einem kleinen Park. Wir konnten Werke von da Vinci bewundern und über die genialen Ideen, die da
Vinci schon vor 500 Jahren hatte, staunen. So hatte er praktisch schon den Hubschrauber, das Fahrrad, ein Auto und vieles mehr erfunden.
Nach der Besichtigung machten wir uns auf den Weg zu dem fünf Minuten entfernt gelegenen Château Amboise. Hier konnten
wir zuerst eine kleine Kapelle und anschließend Schloss und Park besichtigen. Auch hier war eine Atmosphäre, die uns in die Zeit
von Franz I., Karl V etc. zurückversetzte. Die Aussicht auf die Stadt und die Loire ist unglaublich und man konnte sich gut in die
Wachtposten versetzen, die weit über das Land nach eventuellen Feinden Ausschau hielten.
Wir waren mit dem Tag sehr zufrieden, nur leider spielte das Wetter nach wie vor nicht mit und wir beschlossen, nach Blois zu
fahren, um auch dieses Schloss zu besichtigen. In Blois angekommen, sahen wir zuerst die Kathedrale, die wir uns anschauten.
Sie ist ein wunderschönes gotisches Gebäude, dem es allerdings etwas an Ausstrahlung mangelt. Unser Weg führte uns weiter
zum Château, das unglaublich schön anzuschauen ist. Es ist sehr verspielt und lädt tatsächlich durch sein Äußeres ein, einzutreten
und sich in die Vergangenheit zurückversetzen zu lassen. Das Äußere täuschte nicht und wir kamen noch einmal auf unsere
Kosten. Zu unserem Bedauern merkten wir allerdings, dass unsere Aufmerksamkeit nachließ und wir nahmen uns vor, in Zukunft nicht zu viel „Kultur“ in einen Tag zu packen. Trotzdem war es ein weiteres schönes Erlebnis.
Weniger schön war allerdings das Wetter. Als wir das Schloss verließen, hätten wir auch zu unserem WOMO zurückschwimmen
können, so sehr schüttete es. Wir kamen schließlich völlig durchnässt am WOMO an und freuten uns über die bald einsetzende Wärme.
Wir fuhren noch aus Blois heraus zu einem kleinen Ort namens Beaugency und fanden auf einem großen Parkplatz einen gemütlichen und ruhigen Abstellplatz für unser WOMO.
14. Tag
Wir entschlossen uns spontan, ein Stück zurückzufahren, um das Château Chesonceaux zu besichtigen, dessen Besichtigung nach
Meinung der Franzosen Pflicht sei und man erst über die Schönheit der Loire-Schlösser mitreden könne, wenn man dieses Schloss besichtigt habe.
Nun, die Franzosen haben keinesfalls übertrieben. Dieses Schloss liegt in einem wunderbaren Wald, linksseits liegt ein Garten,
angelegt von Diana de Poitiers, und rechts liegt ein Garten, den Catharina von Medici angelegt hat. Das Innere des Schlosses und
dessen Einrichtung sprechen eine beredte Sprache über die Vergangenheit, man fühlt sich diesen Menschen sehr nahe und kann das Lachen und Weinen von einst noch heute spüren.
Wir hatten keinerlei Probleme, uns stundenlang umzusehen und zu staunen, gingen zum Schluss noch in das
Wachsfigurenkabinett, um mehr über die Menschen zu erfahren und fuhren schließlich zufrieden weg. Wir haben wunderschöne
Stunden erlebt und wissen, hier werden wir wieder herkommen und auch dann sicherlich wieder gefangen genommen werden, zumal man auf dem extra für WOMOs eingerichteten Parkplatz sicher übernachten kann.
Wir entschlossen uns, jetzt keine Loire-Schlösser mehr zu besichtigen, da wohl keines den Eindruck dieses Schlösschens toppen wird.
Wir sind Richtung Salpris weitergefahren und haben einen netten Abstellplatz in einem kleinen Dörfchen namens La Ferte Imbault hinter der Kirche gefunden und freuen uns auf den morgigen Tag.
15. Tag
Morgens sind wir im Nebel Richtung Sancerre losgefahren. Gegen 10.30 Uhr lichtete sich der Nebel und es versprach ein
sonniger Tag zu werden. Wir beschlossen, einen ruhigen Tag auf dem Campingplatz in St. Satur, etwa 3,5 km von Sancerre
entfernt, einzulegen. Dieser Campingplatz liegt direkt an der Loire; daneben befinden sich Tennisplätze, ein Minigolfplatz und ein
Golfplatz. Man kann außerdem einen langen Spaziergang an der Loire entlang machen. Nachdem es wirklich sommerlich warm wurde, nutzten wir einige der Gelegenheiten und machten uns tatsächlich einen faulen Tag.
16. Tag
An diesem Tag wachten wir bei strahlendem Sonnenschein auf und beschlossen – angesichts dieses Wetters – noch einmal einen
gemütlichen Tag einzulegen. Wir besichtigten einige kleine Dorfkirchen und fuhren zu einem Weingut in Crezancy, an dem man
übernachten kann, kauften einen Weißwein von dem Weinbauer, bei dem wir übernachteten und machten es uns – praktisch im Weinberg – gemütlich.
17. Tag
Wir machten uns auf den Weg und beschlossen, an diesem Tag Beaune zu erreichen. Wir fuhren über die Rue Nationale und
genossen die Weite der Landschaft; kilometerweit keine Ansiedlungen zu sehen und Felder und Wiesen in Hülle und Fülle. In Vècelay
sahen wir eine Basilika und beschlossen, diese zu besichtigen. Es war ein Erlebnis, obwohl wir wegen des
Gottesdienstes nicht in die eigentliche Kirche durften, aber allein der Vorraum der Basilika, der Park und die Außenansicht waren
so faszinierend, dass wir unserer Fantasie freien Lauf ließen und wissen, hier werden wir wieder herkommen, um die Basilika zu besichtigen.
Wir fuhren weiter über die Rue Nationale und das letzte Stück bis Beaune auf der Autobahn. In Beaune fuhren wir auf den
Campingplatz, der auch um diese Jahreszeit sehr belebt war. Wir machten uns gleich auf den Weg in die Stadt, bestaunten das
Rathaus und erreichten schließlich das Hospices de Beaune Hôtel-Dieu. Nach der Besichtigung waren wir in unsere Gedanken
vertieft, denn außer der bildschönen Außenansicht hatten das Hospiz, dessen Erbauer und die gesamte Geschichte einen
sichtlichen Eindruck bei uns hinterlassen. Wir beschlossen, zum Campingplatz zurückzugehen, denn für weitere Besichtigungen hatten wir innerlich keine Bereitschaft mehr.
18. Tag
Wir machten eine schöne Rundfahrt, besichtigten die wirklich sehr schöne Landschaft, fuhren an Kirchen und kleinen Châteaus
vorbei, machten eine Cave-Besichtigung und kauften noch einige Flaschen von dem herrlichen Rotwein und gingen schließlich zu unserem Campingplatz, um noch etwas auszuruhen.
19. Tag
Wir fuhren Richtung Mâcon, machten in Taizè Halt, von dem wir schon viel gehört hatten, besichtigten die Kirche und waren so
fasziniert, dass uns die Besichtigung von Cluny nicht einmal so viel Spaß machte wie sonst. Dazu muss man wissen, dass Taizè ein
kirchlicher Treffpunkt für junge Menschen aus aller Welt ist, die Jugendlichen finden sich hier in einer großen Gemeinschaft
zusammen und leben für einige Tage eine Art klösterliches Leben, um dann gestärkt in die Welt zurückzukehren. Wenn wir
sagen, wir waren fasziniert, kann man auch dazu sagen, wir hatten für den Rest des Tages ein ausgiebiges Diskussionsthema.
Wir hatten dann das Bedürfnis nach Natur und fuhren zu einem kleinen Weindörfchen „Fleurie“. Wir fanden den Namen sehr
passend, war dieses Dörfchen doch tatsächlich ein „Blümchen“ in dieser Gegend. Der Campingplatz ist sauber und nett und die
Menschen dort besonders reizend. Abends gingen wir in dem ersten Lokal am Ort „Le Cep“ essen und waren schließlich mit uns und der Welt zufrieden.
20. Tag
Ein herrlicher Sonnentag erwartete uns und wir machten uns auf zum Aussichtspunkt Mont Brully (Achtung, wirklich eine sehr
enge und steile Strasse) und waren begeistert von der Weite, die wir überblicken konnten. Wir genossen die Aussicht und konnten uns nicht sattsehen an dem Panorama, das sich uns bot.
Mittags haben wir noch eine kleine „Sight-seeing-Tour“ gemacht und immer wieder die Weite der Landschaft bewundert.
21. Tag
Nun neigte sich unser Urlaub seinem Ende und wir entschlossen uns, auch dieses Mal wieder über das Elsass heimzufahren. Wir
fuhren ganz gemütlich über die Rue Nationale, machten mal hier, mal dort Halt und besichtigten einige kleine Kirchen und
Kapellchen. Beeindruckt waren wir von der in romanischem Stil gehaltenen Kirche in Coligny, die tatsächlich ein Kleinod ist.
Nachmittags erreichten wir Equisheim, wo wir schon im Frühjahr Halt gemacht hatten. Wir besuchten wieder das Papst Leo IX
gewidmete Kirchlein und stellten fest, dass es tatsächlich einmalig ist. Verwundert mussten wir feststellen, dass wir im Frühjahr – wohl wegen unserer Begeisterung – viele Einzelheiten nicht wahrgenommen hatten.
Übernachtet haben wir wieder auf dem Busparkplatz am Ortseingang.
22. Tag
Dies war also endgültig unser Heimreisetag. Wir rechneten uns aus, dass es langen würde, am Nachmittag zurückzufahren. So
fuhren wir über kleine Dörfchen, die alle sehr hübsch sind. Hervorheben möchten wir aber die Grotte in Wintzenheim und
Turckheim, das besonders attraktiv ist. Als Abschluss unseres Urlaubs hielten wir den Besuch der Haut Koenigsbourg für
angemessen. Wir verbrachten dort eine lehrreiche Zeit in der Vergangenheit und mussten feststellen, dass dieser Abschluss tatsächlich angemessen war.
Nun hieß es endgültig nach Hause zu fahren. Wir fuhren nun direkt auf kürzestem Wege nach Deutschland und über die Autobahn nach Hause.
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