Reisebericht Ostern 2001 1. Tag Wir sind mit dem Wohnmobil in Ulm auf die Autobahn und über Stuttgart, Karlsruhe, Richtung Frankreich gefahren. Die Fahrt war ruhig, der Verkehr nicht allzu stark, einen Stau gab es nur bei Leonberg, der sich allerdings in Grenzen hielt, so dass wir alles in allem recht flott vorankamen. Als wir müde wurden, haben wir an einer Raststätte - bereits in Frankreich - Halt gemacht und dort die Nacht verbracht. Es wäre alles schön gewesen, wenn diese bittere Kälte nicht gewesen wäre. Wir waren auf einen Frühlingsurlaub eingestellt und hatten das Gefühl, Winterurlaub zu machen. Wir warteten eigentlich nur auf Schneeflöckchen; was wir nicht wussten, war, dass es in Deutschland tatsächlich geschneit hatte und noch erheblich kälter gewesen war. Auf unserer Rückreise sahen wir neben der Autobahn Schneeberge und mussten im Nachhinein feststellen, dass wir trotz allem Glück mit dem Wetter gehabt haben. Wir machten also das Beste, zogen uns in unser WOMO zurück, stellten die Heizung auf volle Stärke und ließen es uns gut gehen. 1. Tag Wir streckten den Kopf aus dem WOMO und mussten feststellen, dass auch an diesem Tag die winterlichen Temperaturen anhielten. Wir ließen uns davon aber die gute Laune nicht verderben und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Reims (Busparkplatz hinter der Kathedrale). Hier wurden wir für die doch recht lange Fahrt belohnt. Reims ist ein schönes französisches Städtchen mit einigen Sehenswürdigkeiten, die wirklich sehenswert sind, allen voran natürlich die Kathedrale. Schon von außen ist sie ein wahres Meisterwerk, die auf harmonische Weise einige Kunstepochen in sich vereint; am stärksten geprägt von der Gotik. So wurden die Grundsteine der Kathedrale bereits im 5. Jahrhundert gelegt; geschichtlich erwiesen ist auch, dass im Jahre 496 Chlodwig dort dem Heidentum abschwor und sich dem Christentum zuwendete. Die Taufe dieses Barbarenkönigs nahm die Bevölkerung des gallo-römischen Reiches für das Christentum ein und half die politische und religiöse Ordnung wiederherzustellen. Noch heute betrachtet man die Taufe Chlodwigs als die Geburtsstunde der Franken und somit des heutigen Frankreichs. Ein Teil der Kirche fiel 1210 einem Brand zum Opfer, der die Stadt verwüstete, so dass im folgenden Jahr bereits der Grundstein für die heutige Kathedrale gelegt wurde. Nun wollen wir unseren geschichtlichen Ausflug verlassen und uns wieder unserer Reise zuwenden. Nach der Besichtigung der Kathedrale hatten wir unseren ersten großen "Kultur-Hunger" gestillt, machten einen Stadtbummel, besichtigten weitere kleine Kirchen und waren tief beeindruckt über das gesamte Stadtbild. Schließlich entschlossen wir uns, uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umzusehen. Die Suche nach einem Campingplatz in Reims verlief erfolglos und wir sind nach Epernay zu einem WOMO-Stellplatz (Parkplatz beim Palais des Fêtes (mit WOMO-Symbol ausgeschildert)) weitergefahren. Epernay liegt etwa 15 km südlich von Reims und ist über eine gut ausgebaute Bundesstraße leicht zu erreichen. In Epernay angekommen, gönnten wir uns zum Ausklang des Tages eine Flasche Champagner und ließen den Tag noch einmal Revue passieren und beschlossen, in Reims waren wir sicher nicht das letzte Mal. Das Einzige, was nach wie vor unseren Unternehmungsgeist trübte, war das Wetter. 2. Tag Nach vorsichtigem Kopf-aus-dem-WOMO-strecken konnten wir feststellen, dass es etwas milder geworden war. Wir beschlossen, in das Dörfchen Hautvillers, etwa 5 km von Epernay entfernt, zu fahren und dort eine "dégustation" zu machen. Zuerst besichtigten wir die Kirche "Abé". Dies ist die Kirche, in der der "Erfinder" des Champagners, Dom Perignon, sein Wirkungsfeld hatte. Es ist ein wunderschönes Kirchlein, ebenfalls im gotischen Stil gebaut. Anschließend machten wir die "dégustation", unser Gaumen erfreute sich an dem herrlichen Getränk und wir konnten nicht umhin, einige Flaschen des edlen Getränks mitzunehmen. Noch heute haben wir für besondere Anlässe einige gute Tropfen in unserem Weinkeller. Zurück auf dem WOMO-Abstellplatz in Epernay entschlossen wir uns zu einer weiteren "dégustation" und Cave-Besichtigung in der Kellerei Moet & Chandon. Über diesen Champagner muss man - denke ich - nichts berichten, denn er hat in Deutschland einen großen Namen. Diesen Tag ließen wir auch gemütlich in unserem WOMO ausklingen. 3. Tag Heute ist schon Abschiedsstimmung, denn wir wissen, die schönen Tage neigen sich ihrem Ende. Aber zuerst wollen wir noch die Kellerei Piper Heidsiek in Reims besichtigen. Es ist schon ein Erlebnis, mit einem "Auto" - im Stil einer "Geisterbahn" - durch die Kellerei zu fahren und alles Wissenswerte über Champagner, dessen Anbau und Entstehung und die Kellerei Piper Heidsiek - natürlich in deutscher Sprache - zu erfahren. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten und endet bei einer weiteren "dégustation". Auch hier haben wir einige Flaschen erworben und uns dann entschlossen, über die Dörfer Richtung Deutschland zu fahren. Wir haben noch sehenswerte Schlösser, Kirchen, Parks und vieles mehr gesehen, haben teilweise gehalten und besichtigt, teilweise jedoch nur im Vorbeifahren über so viel Schönheit gestaunt. Erwähnen möchte ich noch eine Basilika, und zwar in einem kleinen unscheinbaren Dörfchen L'Epine. Diese Basilika ist ein Ort der Harmonie, man kann sich dort vorstellen, andächtig zu sein und das Leben außerhalb dieser Mauern zu vergessen. Abends erreichen wir Heidelberg und wissen, diese Reise war zwar kurz, kalt, aber wir würden sie nicht missen wollen und werden sicher eines Tages in die Champagne zurückkehren, um all' diese Schätze wieder betrachten und natürlich von dem leckeren Champagner trinken zu können.